Samstag, 21. Februar 2015

Judd mat Gaardebounen


Judd mat Gaardebounen ist eines meiner Lieblingsessen. Judd mat Gaardebounen ist auch etwas merkwürdiges, denn die meisten Leute werden sich jetzt fragen, ob es sich dabei um "Jude mit Gartenbohnen" handelt. Das ist natürlich nicht der Fall. Das Gericht stammt aus Luxemburg und ist dort ein Nationalgericht.

Es handelt sich um gepökelten oder geräucherten Schweinenacken, der im luxemburgischen Judd heißt, mit Saubohnen und Kartoffeln (Quelle: Rezeptewiki). Der Ursprung des Wortes Judd ist nicht geklärt: Eine Theorie besagt, dass der Schweinenacken als bestes Stück vom Schwein meist an reiche jüdische Kaufleute verkauft worden sei, was aber nicht plausibel erscheint, da Schweinefleisch in der jüdischen Kultur als nicht koscher gilt. Eine andere Theorie stützt den Ursprung des Wortes auf das spanische "judia" - ausgesprochen "chudia", bei dem es sich ursprünglich um eine Bohnenart, später um ein den Soldaten bereitetes Gericht aus Bohnen mit Fleisch aus der Zeit der spanischen Herrschaft über die Niederlande und Luxemburg von 1519 bis etwa 1715 handelte. Das erscheint mir durchaus plausibel.

Außerdem ist an dem Gericht merkwürdig, dass es zwar "Gaardebounen" - also Gartenbohnen, bei denen es sich um grüne Bohnen handelt - heißt, aber mit Saubohnen gemacht wird.

Wie auch immer: Dieses Gericht gab es heute. Jedoch wurde der Schweinenacken nicht gekocht oder gebrüht, denn da geht viel zu viel Geschmack vom Fleisch in die Brühe. Der Nacken war auch nicht gepökelt, sondern wurde lediglich mit einem Pfeffer- und Knoblauchlastigen Rub gewürzt. Dann kam er 3,5 Stunden lang bei etwa 105° C mit Apfelholzrauch in den Smoker, bis eine Kerntemperatur von 63° C erreicht war.




Das Fleisch war so viel saftiger und besser als in der herkömmlichen Variante, dass es bei mir künftig Judd mat Gaardebounen nur noch so geben wird!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen