Montag, 9. Juni 2014

Pig Picking


Mein Freund Merschl und ich haben schon seit geraumer Zeit darüber nachgedacht, mal ein ganzes Schwein nach klassischer Barbecue-Art in einer selbstgebauten Pit zuzubereiten. Der Anstoß zu einem konkreten Versuch kam dann von einem bayerischen Freund, dieses Unternehmen am Pfingstwochenende durchzuführen. Leider konnte der bayerische Freund dann doch nicht dabei sein. Der Plan wurde dennoch umgesetzt:

Die ersten Vorbereitungen traf ich bereits freitags: es wurde eine Flasche South Carolina Mustard Sauce zubereitet und zweieinhalb Flaschen Lexington Dip (mit letzterem sollte auch das Schwein eingepinselt werden).
Am Samstag bereitete ich den Cole Slaw zu, damit er sonntags ordentlich durchgezogen ist.
Dann wurde aus Steinen die Pit gebaut (der Begriff Pit, also englisch für Grube, kommt daher, dass früher für solche Aktionen Gruben ausgehoben wurden, die dann mit Glut gefüllt wurden, über die dann ein paar Äste als Rost und hierüber dann das Schwein o.ä. kam):




An Pfingstsonntag ging es dann los: 12 kg Holzkohlebriketts (was etwas zuviel war, wie sich später noch herausstellen sollte) wurden einigermaßen durchgeglüht und offene Fugen zwischen den Steinen der Pit wurden mit Alufolie verschlossen.
Dann wurde das Schwein (eigentlich eher ein Spanferkel von 25 kg) präpariert: überschüssiges Gewebe wurde entfernt, der Brustkorb wurde durch Brechen der Rippen entlang der Wirbelsäule aufgeklappt (oder auf neudeutsch: gebutterflied), mit Salzlake gespritzt und lediglich mit Salz gewürzt.


Die Kohle wurde dann in der Pit entlang der Wände verteilt. Auf die Glut wurde Holz gelegt, um für den nötigen Rauch zu sorgen.

Dann wurde das Schwein aufgelegt und alles mit zwei Blechen abgedeckt.

An beiden Enden wurde die Temperatur sowohl in Schulter bzw. dem Schinken des Schweins als auch in der Pit gemessen: Hierbei stellte sich heraus, dass die 12 kg doch etwas zuviel war (meine Anleitung ging sogar von 20 kg aus). Im Durchschnitt hatten wir eine Temperatur von 150°C, wobei sie am oberen Ende der Pit höher lag, wodurch die dort gemessene Kerntemperatur des Schweins schneller anstieg. Aus diesem Grund wurde das Schwein einfach nach knapp drei Stunden der Länge nach gedreht, und nun garte es ziemlich gleichmäßig an beiden Enden weiter. Zum Zeitpunkt des Drehens sah das Schwein dann so aus:
Nachdem eine Kerntemperatur von knapp 80°C erreicht war, wendeten wir das Schwein und pinselten es mit dem Lexington Dip ein.
Nach knapp sechs Stunden nahmen wir das Schwein dann vom Rost und wurde auseinander genommen und zerkleinert.
















Das ergab viel Abfall...
...aber auch viel Pulled Pork:
Merschl hatte auch eigens hierfür Burgerbrötchen bei einer Bäckerei backen lassen, die dann mit dem Pulled Pork, dem Cole Slaw und den Saucen belegt wurden.

Das war mal eine wirklich lohnende Erfahrung, die zwar einiges an Arbeit mit sich brachte (bei Temperaturen von über 30°C), aber auch jede Menge Spaß!

Zu erwähnen ist auch natürlich noch, dass auch andere in der Zwischenzeit aktiv waren. Hier sind ein paar Impressionen von den Kreationen der anderen:

Salsiccia und Schwenker:

Lamm:

Kaninchen:





Frühstück am Pfingstsonntag:

Und natürlich Frühstück à la Merschl... ;-)

Ein griechisch gefüllter Fatty und ein Bacon-Cheeseburger-Fatty:


Das war mal wieder ein wunderbares Treffen: Leckeres Essen, sehr nette Menschen und schönes Sommerwetter!

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