Montag, 23. Juli 2012

EcoGrill


Schon wieder ein neuer Grill?! Ja, aber nicht für lange! Ich habe nämlich einen EcoGrill, einen Einweg-Grill, der mehr oder weniger ganz abbrennt und nur Asche hinterlässt, bekommen, um den mal auszuprobieren.

Was ist ein EcoGrill? Hmmm, schonmal was von einem Schwedenfeuer gehört? Genau, das ist ein Stück Holz, das aus einem Baumstamm herausgeschnitten wurde, an den Seiten eingeschnitten ist und angezündet wird. Der EcoGrill ist dessen logische Weiterentwicklung in Richtung Nahrungszubereitung: Der Stamm aus Erlenholz ist innen ausgehöhlt und mit Holzkohle gefüllt. In der Mitte wiederum findet sich das ganze nochmals in klein: hier ist jedoch keine Kohle drin, sondern ein Grillanzünder.

Zum Betrieb ist eine feuerfeste Fläche unter dem Grill erforderlich. Aufgrund seiner Größe von 20 bis 24 cm Durchmesser ist das Teil leicht transportabel.

Dazu gibt es auch noch einen klappbaren Rost, der darüber gestellt und mit Grillgut belegt werden kann.

Wer sich das alles nicht vorstellen kann, hier sind ein paar Bilder:





Der Grillanzünder lässt sich gut zünden, und schnell ist das Feuer hiermit entfacht. Die Bedienung ist bislang schon einmal sehr simpel und vor allem sehr effektiv.


Hierbei zeigt sich schon bald, dass der EcoGrill nichts für Ungeduldige ist: Die Holzkohle entzündet sich zwar recht schnell und effektiv. Durch das Holz entstehen allerdings auch über einen längeren Zeitraum hinweg Flammen. Nach einer Stunde erst etwa hat man eine grillfertige Glut.

Zum Vergleich mit meinem Kugelgrill: ein Anzündkamin Holzkohle benötigt eine halbe Stunde zum Durchglühen, die Kohle kommt in den Grill und nach weiteren fünf bis zehn Minuten kann man grillen. Aber als BBQ-Freak ist man ja ohnehin längere Wartezeiten gewöhnt, so dass dies als geradezu lächerlich kurz hingenommen werden kann.

Also: Rost aufgestellt und erhitzen lassen, dann die Fränkischen Bratwürste aufgelegt...





Die Würste waren bereits nach kurzer Zeit fertig und schön geröstet. Sie wurden sowohl solo mit Senf...
...als auch in Baguette mit Senf verkostet.
Und die Würste waren erstaunlich lecker, denn das Erlenholz hat ein wohlschmeckendes Raucharoma an der Bratwurst hinterlassen. Ein ganz klarer Pluspunkt für den EcoGrill!

Nach den Würsten stellte sich heraus, dass ich mit nur Bratwurst doch recht schlecht vorbereitet für den EcoGrill war: Jetzt wären noch ein paar Scampi-Spieße denkbar und vor allem machbar gewesen - nur so zum Beispiel.

Aber etwas wollte ich doch noch mit dem EcoGrill machen: Ich würzte ein paar kleine Kartoffeln mit Salz, Paprika- und Chili-Pulver sowie Olivenöl, wickelte sie in Alufolie ein und legte sie in die Glut (das war eine gute halbe Stunde, nachdem die Bratwurst fertig war).


Und so sahen die Folienkartoffeln nach einer Stunde in der Glut und mit gesalzener Butter serviert aus:


Die Kartoffeln hatten ein knusprige Kruste und waren auf den Punkt gegart. Aufgrund der Alufolie hatten sie natürlich kein Raucharoma angenommen, aber geschmacklich waren sie allemal sehr lecker!

Nach vier Stunden Betriebsdauer wurde der Rest des EcoGrills nochmals geschürt und es ergab sich dieses schöne Bild mit Lagerfeuer-Romantik:
Und das ist vom Eco Grill übrig geblieben:

Fazit: Der EcoGrill ist eine witzige Erfindung. Man kann zwar nur direkt und auf recht kleiner Fläche darauf grillen - was bauartbedingt ja auch klar ist -, hat aber ein schönes Raucharoma naturbedingt inklusive. Aufgrund der geringen Größe ist der EcoGrill vielseitig und vor allem sehr mobil einsetzbar. Die Bedienung ist total simpel: anzünden, abwarten und grillen - easy!

Mit dem Stichwort "Abwarten" ist man auch bei dem einzigen - wie ich finde vordergründigen Nachteil des EcoGrill angekommen, denn es dauert etwa eine Stunde, bis man damit grillen kann. Aber mal ehrlich: Für ein Brisket oder Pulled Pork nehme ich 12 Stunden und mehr in Kauf, warum soll man da nicht mal 15 bis 20 Minuten länger warten können, als man es bei Verwendung eines Anzündkamins und beispielsweise eines Kugelgrills tun würde. Und von der Perspektive eines Grillanfängers aus betrachtet: Nach einer knappen Stunde hat man allemal eine grillfertige Glut! Ich kann mich an eine Grillmeisterschaft erinnern, bei der ein Team am Nachbarstand deutlich längere Zeit brauchte, um auch nur ein Feuer zu entfachen!

Und zu guter Letzt: Der EcoGrill ist auch eine faszinierende Angelegenheit, denn es macht riesigen Spaß, dem Entfachen der Glut und Stunden später den Lagerfeuer-ähnlichen Flammen zuzuschauen.

Zu einem Preis von - ich glaube - 7,50 € eine klare Kaufempfehlung! Sehr schön, dass ich noch einen zweiten habe...

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